sexta-feira, 6 de agosto de 2010

Neuigkeiten

Barriga cheia - Erweiterung
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projektes „Barriga cheia“, von dem 100 Familien im näheren Umkreis der Fundação Terra Mirim profitierten, geht es jetzt an die 2. „etapa“.
Zur Erinnerung: die Idee des von der Regierung Lula initiierten Programms besteht darin, die Ernährung schwächer gestellterer Menschen sicher zu stellen. Gleichzeitig soll es aber auch keinen reinen Spendencharakter aufweisen, sondern auf einer gegenseitigem Austausch beruhen – die Empfänger von kostenlosem Essen stellen sich im Gegenzug dazu bereit, für einen Arbeitseinsatz im Sinne des Allgemeinwohls zur Verfügung zu stehen. Im konkreten Fall des Vale do Itamboatá, in dem Terra Mirim ansässig ist, heisst dies: Mithilfe bei der Instandhaltung des Geländes der Stiftung und Anpflanzung von Frucht –und Gemüsesorten im heimischen Garten (fast alle Häuser im Vale haben zumindest eine kleine fruchtbare Grünfläche).
Das Projekt stiess auf sehr positive Resonanz, klar, denn alle profitierten. Die Fundação erblühte in ihrem Glanz, Hunger wurde gestillt und ausserdem konnte ein angenehmes Gefühl unter den zahlreichen Helfern geschaffen werden, da viele Familien im Vale einen Grossteil ihrer Zeit „beschäftigungslos“ zu Hause verbringen und nun froh darüber waren, gebraucht zu werden.


Deshalb wurde nun der Plan realisiert, die Unterstützung auf 300 Familien auszuweiten. Dies bedeutet zwar einen deutlich grösseren bürokratischen Mehraufwand und sorgte auch für eine gewissen Unübersichtlichkeit, dennoch profitieren nun deutlich mehr Menschen davon als vorher – DAS ist es wert.


Pequeno produtores
In letzter Zeit fanden wieder vermehrt Treffen der sogenannten „pequenos produtores“ (kleine Erzeuger) in Terra Mirim statt. Ihr Ziel, Nahrungsmittel aus ihren klein- bis mittelgrossen Gärten für faire Preise an die Regierung zu verkaufen, zu erreichen, wurde mit der Einführung einer neuen Ausweiskarte erleichtert. Es ist nun deutlich einfacher, sich als „pequeno produtor“ anzumelden und der Fair-Trade-Gemeinschaft beizutreten.

Jugendgruppe
Nachdem sich die ersten Jugendgruppe in Terra Mirim nach etwa einem halben Jahr aufgrund von Zeitproblemen der Beteiligten auflöste, steht nun seit Ende Juni eine neue Gemeinschaft 15-25jähriger in den Startlöchern. Geleitet wird diese von Carlos, dem neuen Informatiklehrer der Ökologischen Schule.
Man trifft sich alle 14 Tage in Terra Mirim, beschäftigt sich mit den alltäglichen Themen der Jugendlichen(welt): mit seiner eigenen Geschichte wie z.B. der Kindheit, mit der Situation des Umfelds in direkter Nähe zu Gewalt und Drogen, mit Freundschaft, mit Zukunftsängsten, Träumen...
Die ersten drei Treffen waren schon einmal ein guter Anfang. Es gelang uns, Jugendliche aus den unterschiedlichsten Winkeln dieses riesigen Bezirks zusammen zu trommeln, die sich unter normalen Umständen nur sehr unwahrscheinlich begegnet währen. Auch wenn es mit der Regelmässigkeit und Kontinuität der Teilnahme mancher Interessierter noch etwas harpert, so können wir doch mit Sicherheit sagen, dass alle Beteiligten Spass an der Sache haben.
Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Gruppe in Zukunft entwickelt, ob sich ein fester Kern mit einem Geflecht aus Freunden bildet, dass GEMEINSAM den Problemen vor Ort trotzen kann.

Freiwilligenwechsel
Nun ist es tatsächlich schon so weit: ein ganzes Jahr ist vorüber gezogen, seit wir beiden deutschen Freiwilligen Dilan und Max im August 2009 in Terra Mirim ankamen. Zwölf Monate haben wir uns in den Dienst der Fundação begeben, in der wir von Lehreraufgaben über Unkrautjähten und Übersetzungstätigkeit alle möglichen Aufgaben erledigten. Bald heisst es für uns also „até“.


Doch halt: kein Grund zur Sorge! Wir Deutschen 19-20jährigen lassen die Fundação doch nicht im Stich. Im Gegenteil: unsere Arbeitskraft wird sogar um 50% grösser! In Kürze werden drei neue Freiwillige aus Deutschland in der Stiftung ankommen. Nach einem kleinen Sprachkurs in Salvador werden Nora, Simon und Tabea beginnen, hier in Brasilien mit zu arbeiten und die vielfältigen Bereiche der Einrichtung kennen zu lernen und zu unterstützen. Wir beiden Veteranen werden glücklicherweise noch genug Tage zur Verfügung haben, um eine kleine Einweisung vornehmen zu können, ehe es uns endgültig gen Heimat verschlägt.
Somit herrscht, im Vergleich zu den letzten Jahren, eine verbesserte Kontinuität im Betrieb, nicht zu letzt auch deswegen, weil der Dienst unserer Nachfolge 13 statt wie vorher zwölf Monate in Anspruch nimmt.

segunda-feira, 12 de julho de 2010

Geburtstag Terra Mirim

Am Samstag wurde der 18. Geburtstag von Terra Mirim gefeiert. In den vergangenen Jahren gab es immer einen grossen Geburtstag, zu dem die Menschen aus der Region und die Partner von Terra Mirim eingeladen wurden.

Dieses Jahr war die Situation etwas anders. Dadurch, dass Alba Maria erst im Juni von ihrer Reise zurueck kam, gab es nicht viel Zeit um ein grosses Fest zu organisieren.
So wurde beschlossen ein kleines Fest zu machen und nur die Partner einzuladen.
Dieses Fest fand am Samstag um 15 Uhr statt. Zur Begruessung gab jeder Gast ein kleines Resumee ueber sein 18. Lebensjar. Dabei kamen viele lustige Geschichten zum Vorschein. Ob nun schon vier Kinder oder auf der Suche nach dem passenden Ehemann, es wurde jegliche Lebenssituation repraesentiert. Spaeter wurde gesungen, Camila fuehrte einen Tanz auf und der Kuchen wurde angeschnitten. Zum Abschluss gab es ein leckeres Abendessen mit vielen bunten Salaten.

Um die Menschen aus der Region nicht aussen vorzulassen, fuhren wir in der letzten Woche mit einem Kuchen in die einzelnen Doerfer, wo dann der Kuchen mit einer Tasse Tee verzehrt und sich unterhalten wurde.

So wurde der Geburtstag von Terra Mirim fuer alle Beteiligten zu einem schoenen Ereignis.

quarta-feira, 9 de junho de 2010

Fonte Nossa Senhora da Guia

Nur noch einmal zur Erinnerung:

Die Quelle “Nossa Senhora da Guia” ist seit Generationen ein Ort der kulturellen Identifikation der umliegenden Dörfer des Vale do Itamboatá, indem sich auch die Stiftung Terra Mirim befindet. Die Menschen des Tals haben die Absicht, ein Umweltschutzgebiet im Bereich der Fonte da Guia einzurichten. Dazu müssen lokalpolitische Prozesse in Gang gesetzt werden, die, wie so oft in Bahia, langwierig und zäh sind. Das Schutzgebiet erstreckt sich über mehrere Teile von privaten Grundstücken, was die Angelegenheit zusätzlich erschwert. Ganz zu schweigen von den finanziellen Formalien, die bevorstehen.

Nach vielen Gaengen ins Rathaus, vielen endlosen Verhandlungen und vielen Problemen, wurde nun gestern am 07.06.2010, der Idee Terra Mirims, ein Umweltschutzgebiet zu erbauen, zugestimmt.
Somit haben Terra Mirim und die Bewohner der einzelnen Orte endlich ihr Ziel erreicht:)

Umweltwoche

Seit 1972 ist der 5. Juni alljährlicher Weltumwelttag. Dieser wurde auch in Terra Mirim gefeiert. Anlaesslich des Weltumwelttages wurde vom 31.05-05.06 die "Umweltwoche" fuer die Kinder und Jugendlichen der Region angeboten.
Fuer die Jugendlichen wurde die Woche in einen Wettkampf der Schulen ausgefuehrt. Fuenf Schulen des Tales Itamboatá schickten ihre Mannschaften. Fuer die Kinder gab es eine kleine Rundfuehrung in Terra Mirim und einige andere Aktivitaeten.

Montag morgen, den 32.05 begann der Spass. Trotz Streik der Lehrer und Schliessung der Schulen waren alle Jugendlichen puenktlich am Start. Schon im vorherein wurde in den Schulen einiges vorbereitet. Darunter zum Beispiel einen Schlachtruf, Plakate, einen Planeten und vieles mehr. All diese Dinge wurden am ersten Tag vorgestellt und von der Jury (unter auch der ich mich befand) bewertet. Diese Bewertung war nicht einfach, da sich wirklich alle Mannschaften anstrengten und versuchten Punkte zu sammeln.
Im weiteren Verlauf des Vormittags wurden Videos gezeigt und viele Fragen ueber die Umwelt gestellt, bei denen die Teams Punkte holen konnten. Auch kleine Spiele wurden durchgefuehrt, bei denen immer viel gelacht wurde.

Dienstag war der Tag der Kinder. Auf Grund des Lehrerstreikes kamen leider nur wenige der kleinen Schueler. Mit denen die nach Terra Mirim kamen wurde ein kleiner Rundgang in der Baumschule und bei den Bienen gemacht, wo dann jedes Kind einen Tropfen des Honigs probieren durfte. Auch der Kompost und die "Regenwurmzucht" wurden ausiebig bestaunt.
In einem Spaziergang ging es dann auserhalb des offiziellen Gelaendes von Terra Mirims, zur Fonte da Guia (einer Quelle, um die sich Terra Mirim kuemmert). Dort wurden wir von live Musik von der Band Natuere erwartet und die Kinder pflanzten zwei einheimische Baeume, denen die dann gemeinschaftlich einen Namen gaben.



Auf dem Rueckweg wurden Lieder fuer die Natur gesungen, einige kleine Videos angeschaut (http://www.youtube.com/watch?v=FPvk8K4K8oY) und ein Plakat mit Objekten der Natur bemalt. Zum Abschluss gab es Kakao und Kekse und dann ging es wieder zurueck in die Doerfer.

Am Mittwoch begann der Tag schon mit Rivalitaet. Jede Mannschaft wollte gewinnen und so wurde bei jeder Aktivitaet, wo die andere Mannschaft Punkte gewann, die Annulierung der Aufgabe gefordert. Zum Glueck legte sich dieser Stress im Laufe des Vormittags etwas. Wieder wurden kleine Wettbewerbe durchgefuehrt und es schlugen sich drei Mannschaften stark nach vorne, was die zwei anderen Teams sehr veraergerte.
Trotzdem herrschte Euphorie fuer den Samstag, dem Tag der Entscheidung.

Wenn am Montag und Mittwoch 130 Schueler anwesend waren, so war Samstagmorgen die Halle voller Jugendlichen (ca.200). Dementsprechend auch die Lautstaerke und die Euphorie. Wieder gab es viele kleine und groessere Aufgaben, wo es eine Menge an Punkten zu gewinnen gab.
Eine besonders wichtige und schoene Aufgabe war, dass die einzelnen Ortschaften ihre Legenden, Traditionen oder ihre Geschichten vorstellen sollten. So soll es in einem Dorf Werwoelfe geben:)
Im Laufe des Samstages wurde die Anspannung immer groesser. Dann endlich gegen 16.00 Uhr wurden dann endlich die Siegermannschaft verkuendet. Irmã Dulce, Santa Rosa gewann den Wettbewerb vor Pitanga de Palmares und Cristo Rey.
Alles in allem war diese Woche ein Riesenerfolg.

quarta-feira, 19 de maio de 2010

Die Kleinbauer des Tales Itamboatá

Nur noch einmal zur Erinnerung:

Das Projekt “Barriga cheia" - "Voller Bauch” ist ein neues Programm in Terra Mirim. Ziel ist es, eine ausreichende Ernaehrung der beduerftigen Bevoelkerung der Region sicherzustellen. Hauptsaechlich Kinder, Jugendliche und aeltere Menschen sollten davon angesprochen werden. Angeregt und unterstuetzt wird dieses Projekt von der staatlichen Einrichtung Ceasa-BA.
Es nehmen 100 Familien aus der Region teil, die schon im November in die Fundação kamen, um die noetigen Formulare auszufuellen. In den Formularen wurden neben Name etc., auch Anzahl der Kinder und monatliches Einkommen erfragt. Mit Hilfe dieser Daten wurde es moeglich, die beduerftigen Familien in das Projekt mit einzubeziehen.
Jede Familie erhaelt eine bestimmte Menge an Lebensmitteln pro Monat. Im Gegenzug leisten die Familien einmal im Monat eine Art Freiwilligenarbeit in Terra Mirim ab und die Idee ist es, dass sie selber anfangen anzubauen, um sich selbststaendig ernaehren zu koennen.

Dies ist die Information, die Ende des Jahres im Blog gepostet wurde.

Nun aber, seit ca. zwei Monaten, hat sich aus dem Programm "Voller Bauch" ein weiteres Projekt entwickelt. Das Projekt der Kleinbauer des Tales Itamboatás.
Iniziiert wurde dieses projekt von Mhinana (Umweltbereich) und der Schamanin Alba Maria, um der Bevoelkerung der "Doerfer" zu zeigen, wie wichtig es fuer sie ist Gemuese und Obst anzubauen. Zum einen um sich und ihre Familien zu ernaehren, zum anderen um ihre Produkte zu verkaufen.
So wurden Ende Maerz ca. 30 Personen aus der Umgebung eingeladen, die bereits im eigenen Garten am produzieren sind. In diesem ersten Treffen wurde eine Liste der Produkte erstellt, die in der Region vorhanden sind. Es stellte sich heraus, dass die eingeladenen Personen ueber eine sehr reichhaltige und abwechslungsreiche Produktion verfuegten. So gibt es in ihren Gaerten Bananen, Orangen, Limetten, Aepfel, Guaven, Melonen und vieles vieles mehr. Dies ist also schon einmal eine gute Grundlage zum Verkauf.




Dieses Projekt der Kleinbauer konnte sich entwickeln, da die CONAB, die Institution, die fuer das Projekt "Voller Bauch", die Lebensmittel austeilt, vorschlug, dass sie fuer den Marktpreis auch die Waren der Kleinbauer abkaufen wuerde.
Ein anderer Faktor ist, dass es in dieser Region das Gesetz gibt, dass die Regierung 30% der Nahrung, die sie den oeffentlichen Schulen zukommen laesst, von den Kleinbauern der Region abkaufen muss, damit die eigene Wirtschaft unterstuetzt wird.
Dies ist ein Gesetz, von dem die meisten Menschen nichts wissen, da hier das politische Verstaendnis und Interesse nicht so ausgebildet ist wie in Europa.

Zum heutigen Stand: Es sind inzwischen einige Treffen abgehalten worden, es wurde ueber die Gruendung eines "Vereins" gesprochen. Es wurde eine Satzung geschrieben, die nun nur noch anerkannt werden muss. Die naechsten Schritte werden also eher langsam und buerokratisch ablaufen.



Dieses Projekt ist ein sehr schoenes, da es die Bevoelkerung mit einbezieht. Es gibt sehr viele aeltere Personen, die bei der Gruendung des Vereins helfen und mitmachen werden. So zum Beispiel Herr Valdemar, ein 66jaehriger Mann aus Palmares, der so stolz auf seine Pflanzen ist, dass er jedes Mal einige Fruechte mitbringt um den Leuten aus Terra Mirim zu zeigen, wie schoen seine Produkte sind:)

terça-feira, 18 de maio de 2010

Eine Frage des Willens

Die Quelle “Nossa Senhora da Guia” ist seit Generationen ein Ort der kulturellen Identifikation der umliegenden Dörfer des Vale do Itamboatá, indem sich auch die Stiftung Terra Mirim befindet.

Die Dorfältesten erzählen den Kindern heute völkische Geschichten über diesen Platz der Reinheit, der Sagen und der Zusammenkunft. Kranke tranken damals das Wasser der Quelle, um zu gesunden. Genauso raten die Dorfmediziner dazu, ein wenig der vom Wasser geschützten Heilerde zu essen – der Reichtum an Mineralien und anderen wichtigen Nährstoffen schien den Menschen neue Kräfte zu verleihen. Die Beisetzung von Toten aus den Dörfern wurde im Beisein von Wasser der Quelle vollzogen. Abgesehen von diesen Prozessionen diente die Quelle als gemeinschaftlicher Treffpunkt, um Neuigkeiten auszutauschen, andere Geschichten und Sagen zu erzählen – dabei diente er nicht zuletzt als Schnittstelle zwischen den Dörfern, da er mehr oder weniger in der Mitte des ca. zwölf Kilometer langen Tals liegt.

Doch dann kam die Ziegelei. Bäume wurden gefällt und in den Öfen zum Backsteinbrennen verheizt, die lehmhaltige Erde der näheren Umgebung der Fonte da Guia wurde zum Tonbrennen abgetragn. Durch das Fehlen von Wurzeln zur Bodenhaftung kam die Erde nach und nach ins Rutschen – bis die Quelle schlieβlich völlig verschlammt war. Der Ort der Reinheit, Unberührtheit und Tradition war dem industriellen Druck des unnachhaltigen Profits nicht gewachsen, ein Sinnbild für die Entwicklung in Brasilien, dem Land, in dem immernoch jährlich tausende Quadratkilometer Regenwald abgeholzt werden – unter Anderem zum Stillen der Sojanachfrage auch aus Europa.

Irgendwann lohnte sich dann das Geschäft für die Ziegelbrennerei nicht mehr und der Abzug wurde angeordnet. Ein brachliegendes Stück Land lieβen sie freilich zurück.
Die Stiftung Terra Mirim, welche nahe am Ort des Geschehens liegt, nahm sich in den Folgejahren des Quellgebiets an. Es wurden Bäume gepflanzt, mit eigenen Händen der Lehm abgetragen.

Heute ist die Quelle wieder ein Ort der Freude, den nicht nur die Kinder der Ökologischen Schule Terra Mirims glücklich aufsuchen. Das Wasser ist wieder trinkbar und die Heilerde wird in schamanischen Reinigungsritualen verwendet.

Dies ist die Vorgeschichte zu den aktuellen Vorgängen um die Quelle. Die Menschen des Tals haben die Absicht, ein Umweltschutzgebiet im Bereich der Fonte da Guia einzurichten. Dazu müssen lokalpolitische Prozesse in Gang gesetzt werden, die, wie so oft in Bahia, langwierig und zäh sind. Das Schutzgebiet erstreckt sich über mehrere Teile von privaten Grundstücken, was die Angelegenheit zusätzlich erschwert. Ganz zu schweigen von den finanziellen Formalien, die bevorstehen. Aus diesen Gründen fand vor etwa drei Wochen eine öffentliche Anhörung im Gemeinderat von Simões Filho statt, die sich diesem Thema widmen sollte. Ein kostenloser Bustransport wurde durch den Gemeinderat verfügbar gemacht, der – zuverlässig mit anderthalb Stunden (!) Verspätung – die zahlreichen Menschen aus den Dörfern der Umgebung in die Innenstadt fuhr.

Nach der Ankunft im Gemeinderat, auch Terra Mirim war gut vertreten, und aufrichtigsten Entschuldigungen der Lokalfunktionäre zum fehlerhaften Transportsystem, begann die öffentliche Sitzung, deren hauptsächliches Ziel es war, die Bevölkerung über das Vorhaben der Schaffung des Reservats aufzuklären.
Geneci Brás, der Chef eines lokalen Umweltschutzverbands, der das Vorhaben tatkräftig unterstürtzt, sowie Funktionäre Terra Mirims zeigten Videos, Powerpointpräsntationen zum Thema. Anschlieβend wurden Fragen in den Raum gestellt und diskutiert. Senhor Manuel, einer der ältesten Kenner der Region, erzählte über den ökologischen Wandel, der sich seit Jahren im Vale do Itamboatá vollzieht – vor allem in Bezug auf die Problematik des Wassers. Bäche, in denen früher gebadet, gewaschen und gefischt wurde, sind heute völlig verdreckt durch ungeklärte Abwässer und den unachtsam hineingeworfenen Müll. Verstärkt wird diese Entwicklung vor allem durch den merklich zunehmenden Siedlungsdruck, der in der Gegend einsetzt. Der Ausbau des sanitären Systems, ein geordnetes strukturelles Wachstum der Regio, kann nicht mit der hohen Geburten –und Zuwachsrate Schritt halten und hieraus ergeben sich nun besonders hohe Anforderungen an den Umweltschutz.

Das Interesse der Beteiligten war auffallend groβ, viele brachten ihre Meinung ein. Gelegentlich machte sich sogar laut Kritik an den Politikern bemerkbar. Allgemeine Untätigkeit wurde ihnen vorgeworfen, jedoch nicht, ohne auch kritisch mit sich selbst ins Gericht zu gehen: “Es hängt von uns allen ab, wie viele Bürger sich dieser Sache [dem Umweltschutz im Tal] widmen.” (Lucia Abreu).

Nur, wenn wirklich der allgemeine Willen zum nachhaltigen Schutz des eigenen Lebensraumes gegeben ist, kann etwas erreicht werden – das ist die Quintessenz, die man aus dieser gut dreistündigen Anhörung gewinnen konnte. Da fiel der eigentliche Auslöser, die Schaffung des Reservats, gar nicht all zu sehr ins Gewicht, denn alle sind zuversichtlich, dass sich dieses Thema in naher Zukunft positiv lösen wird. Der Wille ist spürbar vorhanden.

sexta-feira, 7 de maio de 2010

Neuigkeiten

Nach langer Zeit und endlosen Regenfaellen, die dafuer gesorgt haben, dass das Internet nicht funktioniert hat, meldet sich der Terra Mirim Blog wieder zurueck um alle interessierten Leser auf dem laufenden zu halten:)

Was ist alles in den letzten Monaten geschehen?

Der Totem, der von dem Deutschen Jack mit Hilfe vieler fleissigen Arbeiter angefertigt wurde, steht nun endlich in seiner vollen Pracht am Eingangstor von Terra Mirim.



Desweiteren wurde das Projekt "Voller Bauch" von 100 Personen auf 300 Personen erhoeht. Fuer alle die den ersten Eintrag nicht gelesen haben:

Das Projekt Barriga Cheia/ Voller Bauch kommt aus Brasilia und hilft beduerftigen Personen sich und ihre Familien besser zu ernaehren. Die eingeschriebenen Familien erhalten pro Monat einen Grundbetrag an verschiedenen Lebensmitteln (urspruenglich waren es Bohnen, Farinha und Milch), jetzt werden es wahrscheinlich sein: Reis, Nudeln, Milch, Farinha, Bohnen etc. Somit wird die Variitaet der Lebensmittel eindeutig verbessert.
Um diese Erhoehung von 100 auf 300 Familien durchzubringen flog Alba Maria nach Brasilia um den Erfolg des Projektes weiterzugeben und gleichzeitig eine Erweiterung des Projektes zu beantragen. Gluecklicherweise hatte Alba Maria damit Erfolg und so wurden Ende Maerz die ersten Personen der 200 neuen Familien eingeschrieben.
Momentan wird auf die erste Lebensmittellieferung gewartet.



Anfang Juni wird die jaehrliche Umweltwoche stattfinden, an der die Schulen der Umgebung, mit ihren Schuelern aller Altersklassen, teilnehmen werden.
Um die Kinder fachgerecht betreuen zu koennen und ihnen Umweltbewusstsein vermitteln zu koennen, werden momentan ca. 20 Jugendliche ausgebildet. Von diesen 20 Jugendlichen werden am Ende der Ausbildung (40Stunden), 10 ausgewaehlt, um letztendlich in der Umweltwoche als Gruppenleiter fungieren zu koennen. In der 40stuendigen Fortbildung lernen sie wie sie mit den Kindern umgehen sollten, Fakten ueber Naturschutz, Kultur und vieles mehr.




Von den heftigen Regenfaellen in Brasilien ist auch Terra Mirim nicht verschont geblieben. Gluecklicherweise ist jedoch ausser einer grossen Ueberschwemmung nichts passiert:)