terça-feira, 2 de março de 2010
Gaestebetreung
So suchen naturverbundene Menschen nach einer Ausweichmoeglichkeit, um ihren Bedarf an Erholung zu decken...einige von ihnen finden nach Terra Mirim.
Neben der sozialen Arbeit der Stiftung, gibt es auch die Moeglichkeit als Gast Terra Mirim kennenzulernen und sich im schoenen Ambiente zu erholen.
Es gibt Einzelzimmer im Gemeinschaftshaus, dem Recolhimento, wo momentan Ylle, eine Freiwillige aus Estland, Luli, eine Jugendliche und wir zwei Freiwilligen, Max und Dilan, wohnen.Das Recolhimento bietet elf Zimmer, es gibt eine kleine Veranda und zwei Badezimmer mit Dusche. Neben der Unterbringung im Recolhimento, gibt es die Moeglichkeit ein Chalé, ein kleines Haeuschen zu mieten. Dieses besteht je nach Bedarf aus einem Zimmer mit einem Ehebett oder aus zwei Zimmern mit zwei oder auch drei Einzelbetten. Im Chalé gibt es ein privates Badezimmer fuer die Gaeste.
Nicht nur fuer Uebernachtungen im Gruenen ist Terra Mirim bekannt. Viele Organisation mieten Veranstaltungsraeume, meist fuer einen Tag ohne Uebernachtung.
Anders letztes Wochenende...eine Gruppe von 40 Personen kam zu einer Fortbildung nach Terra Mirim. Da keine Schlafgelegenheiten fuer 40 Personen vorhanden waren, wurde improvisiert. Von der Polizei wurden Hochbetten und Matratzen ausgeliehen und im Casa das Artes aufgebaut. Um den Schlafbereich gemuetlicher und mit mehr Privatsphaere zu gestalten wurde er mit Tuechern dekoriert.
Das Seminar wurde im Sonnenhaus abegehalten und zwischen den einzelnen Mahlzeiten gab es immer wieder einen kleinen Snack, bestehend aus Saeften, Kuchen, ´laetzchen oder belegten Broten.
Sonntag am spaeten Nachmittag reiste die Gruppe zufrieden wieder ab und innerhalb des naechsten Monates werden sie noch zweimal Seminare in der Fundação abhalten.
Wer Interesse an Gaesteunterkuenften in Terra Mirim hat kann eine E-Mail an acolhimento@terramirim.org.br senden:)
quarta-feira, 17 de fevereiro de 2010
Karnaval in Terra Mirim
Vier Tage standen auf dem Programm und jeder einzelne wurde einem Element gewidmet. Der Samstag wurde zu Ehren der Mutter Erde gefeiert. Sonntag war der Tag von Grossvater Wasser, Montag von Grossmutter Luft und der Dienstag wurde Grossmutter Feuer gewidmet.
Es wurde viel meditiert und dem Koerper Gutes getan. Desweiteren konnten die Gaeste das Gemeinschaftsleben kennenlernen.
Es wurden Kraueterbaeder genommen, am Lagerfeuer gesungen und Geschichten erzaehlt, Yoga gemacht...es gab eine Reinigungshuette mit Alba Maria und es wurden Blumengestecke gemacht.
So kann man sagen, dass dieses Wochenende sehr vielfaeltig war und das alle Beteiligten diese "andere" Karnavalserfahrung genossen haben.
quarta-feira, 3 de fevereiro de 2010
Reinigungshuette
Ploetzlich erhebt sich eine Stimme...Alba Maria, Schamanin...sie ist es auch, die zu dem naechtlichen Treffen gerufen hat. Anlaesslich des Vollmondes ist es wieder Zeit fuer ein schamanisches Ritual, eine Reinigungshuette.
Schon am Nachmittag wurde der Ritualplatz vorbereitet. Es wurde Laub geharkt, der Platz wurde gereinigt und die Schwitzhuette, ein Kraeuterbad und das Lagerfeuer wurden vorbereitet.
Um 3.00 Uhr morgens begann dann das Ritual. Dabei waren um die 25 Personen, darunter fast die gesamte Gemeinschaft Terra Mirim und einige Leute von ausserhalb. Auch vom Alter war jede Altersgruppe zwischen 17 und 65 Jahren vertreten. Es wurden Mantras und andere schamanische Lieder gesungen, dem Universum und den vier Elemente gedankt und Geschichten der Natur erzaehlt.
Spaeter ging es dann in die Schwittzhuette. 18 Steine wurden von uns Jugendlichen in die Huette getragen und mit einem kleinen Platzproblem (sodass auch eine zweite Reihe entstanden ist). Es war unglaublich heiss und intensiv. Fuer die einen positiv, fuer die anderen nach einer Weile eine Qual...sei es auf Grund der Hitze, des beengten dunklen Raumes oder aehnlichem. Trotzdem waren sich am Ende alle einig, dass die Reinigungshuette ihren Zweck erfuellt hat und Haut und Koerper gereinigt hat.
Zum Abschluss wurde ein Kraeuterbad genommen und sich wieder am Feuer versammelt, wo das Ritual offiziell gegen 07.30 Uhr beendet wurde.
Insgesamt war es fuer uns Frewillige eine interessante, aber heisse Erfahrung:)
segunda-feira, 25 de janeiro de 2010
Arbeit in der Gemeinschaft
Fuer Max und mich (Dilan) ist dieser Freitagmorgen eindeutig zu frueh und so sieht man uns und auch Luli, eine andere Jugendliche, mit mueden Gesichtern, waehrend alle anderen schon topfit sind.
Bei der "Mutirão" wird jede Woche ein anderes Stueck von Terra Mirim verschoenert. Sei es Rasen maehen, Muell aufsammeln, Laub harken, Pflanzen schneiden oder aehnliches, jedes Mal steht etwas anderes auf dem Programm.
Die Mutirão geht ca. 1 1/2 Stunden. Zum Abschluss der Arbeit finden sich alle in einem Kreis zusammen, wo ein Mantra gesungen wird und dann geht es schmutzig und verschwitzt zum Fruehstueck, wo sich erst einmal wieder gestaerkt wird.
Letzten Samstag gab es eine Mutirão der besonderen Art. Die oekologische Schule rief zu einer Streich und Aufraeumaktion. Mit dabei waren einige Lehrer, Eltern und Freiwillige Arbeiter aus der Umgebung. Trotz einiger Schwierigkeiten, wie fehlenden Pinseln und Eimern, ging es beinhae puenktlich um 9.00 Uhr los.
Es wurden die Klassenraueme, sowie die Spielzeuge auf dem Schulhof, wie Rutsche, Schaukel etc. angestrichen, sodass die bunten Farben, die schon sehr verblasst waren, nun wieder hergestellt sind.
Desweiteren wurden die Spielgeraete ausgebessert. Gegen 12.30 Uhr gab es ein staerkendes Mittagessen fuer die fleissigen Arbeiter, welches aus Nudeln, Reis, Gemuese und Soja bestand. Nach dem Mittagessen wurden noch einige Stunden gearbeitet und zum Abschluss des Tages wurde noch alles geputzt. So erstrahlt die Oekologische Schule nun in neuem Glanze und ist bereit, bald wieder ihre Schueler zu empfangen:)
terça-feira, 19 de janeiro de 2010
"Voller Bauch"
Es nehmen 100 Familien aus der Region teil, die schon im November in die Fundação kamen, um die noetigen Formulare auszufuellen. In den Formularen wurden neben Name etc., auch Anzahl der Kinder und monatliches Einkommen erfragt. Mit Hilfe dieser Daten wurde es moeglich, die beduerftigen Familien in das Projekt mit einzubeziehen.
Und nun ist es endlich soweit. Am Donnerstag kam ein Riesenlaster mit Lebensmitteln in Terra Mirim an und rammte erst einmal eine Mauer am Eingangsbereich, die daraufhin zusammenfiel. Durch diesen kleinen Unfall fiel der gesamte Strom (und damit auch die Wasserpumpe) aus, sodass wir uns im Dunkeln behelfen mussten. Unter den Lebensmitteln befanden sich Bohnen, Farinha und Milchpulver. Jede Familie erhaelt 6kg Bohnen, 9kg Farinha und 8kg Milchpulver pro Monat. Im Gegenzug leisten die Familien einmal im Monat eine Art Freiwilligenarbeit in Terra Mirim ab.
Das Projekt basiert darauf, dass gefordert wird, dass die Familien Fruechte, Gemuese oder andere Lebensmittel anpflanzen, die von ihnen fuer den Supermarktpreis abgekauft werden und sie somit diese Unterstuetzung erhalten koennen. Ein anderer Vorteil ist, dass sie ihre Ernaehrung durch den Anbau selber in die Hand nehmen und so produktiv ihre Nahrung "erwirtschaften" koennen. Der “volle Bauch” laeuft erst einmal ein Jahr und anschliessend werden aus dem Resultat Schluesse gezogen, ob es sinnvoll ist, das Projekt weiterlaufen zu lassen.
Heute kamen die Familien in die Fundação, wo sie das erste Mal ihren Freiwilligendienst absolvierten und nach einer kurzen Einweisung anschliessend die Lebensmittel erhielten.
sexta-feira, 8 de janeiro de 2010
Einen Tag auf Ilha dos Frades ....Bootsausflug zum Ende des Jahres!
Ihr Tag ist der Samstag. Ihre Farben sind weiß und hellblau. Um ihr zu danken, Wünsche an sie zu richten oder ihr zu huldigen, werden in Brasilien traditionell Blumen, Düfte oder andere kleine Gaben an das Meer geschenkt. Entweder vertraut man die Gaben am Ufer des Meeres den Wellen an, oder man fährt mit dem Boot hinaus und legt diese ins Wasser.
Weihnachtszeit in Terra Mirim
Das erste Weihnachten ausserhalb der gewohnten familiaeren Atmosphaere, es sollte fuer uns zwei Deutsche Freiwillige natuerlich etwas anders ablaufen, als sonst. Wer kann schon von sich behaupten, als Deutscher in einer brasilianisch-schamanischen Gemeinschaft Weihnachten gefeiert zu haben? Das ist schon ein besonderes Privileg, das wir im Folgenden auch den Blogglesern eroeffnen moechten!
Da waere natuerlich erst einmal die Jahreszeit. Auf der Suedhaelfte der Erde kehrt gerade der Sommer ein, 35 Grad werden tagsueber selten unterschritten und auch nachts koennte man getrost nur mit einem Feigenblatt bedeckt bleiben, ohne zu frieren. Natuerlich aber nicht an Weihnachten. Aber es ist schon befremdend, wenn man von Schneeeinbruechen und Glatteis im fernen Deutschland liest und aber selbst Weihnachten inmitten von hungrigen, Schweiss riechenden, Moskitos feiert. Auch das mit dem Weihnachtsbaum ist eine lustige Geschichte. In Bahia wachsen leider keine Nadelbaeume. Da kam man auf die glorreiche Idee, eine Plastik-Eisenkonstruktion zu entwickeln, die zumindest von Weitem das ungeschulte Weihnachtsauge zu truegen vermag. Im Casa das Artes wurde nun bei diesem etwas anderen Ambiente die Terra Mirim - Weihnacht gefeiert.
Schamanische Mantras sollten die ersten zwei Stunden mit ihren wiederkehrenden Klaengen erfuellen. Gesaenge an die Luft, die Herrin des Waldes oder auch die “grosse Mutter” Erde durften die Weihnachtsstimmung auf Trab bringen. Anschliessend durfte sich die Gemeinschaft in drei Gruppen aufteilen, um eine weihnachtliche Schnitzeljagd quer durch Terra Mirim zu machen. Die Siegergruppe bekam einen Zauberwurfel. Interaktiv ging es weiter durchs Programm. Eine Episode aus einer japanischen Zeichentrickserie wurde via Beamer an die Wand geworfen, da ihr Inhalt offenbar tiefsinnig sei, was uns Deutschen – die Portugiesischkenntnisse sind noch nicht endgueltig ausgereift – aber nicht so sehr einleuchtete. Macht aber nichts, denn danach sollte es lustig weitergehen: mit einer Runde Kerzentanz im Dunkeln, den die beteiligten Einzelpersonen und Gruppen passioniert und mit groesster choreographischer Feinfuehligkeit ausfuehrten. Besonders Joseh sei hierbei hervorzuheben, der in Manier des Tasmanischen Teufels (aus den “Looney Tunes”) das Packett stuermte. Und zum grossen Abschluss des Festes durfte natuerlich eine kleine Theaterzugabe eines jeden Teilnehmers nicht fehlen. Denn im Vorfeld der Weihnachtstage wurde jedem ein “amigo segredo” (= geheimer Freund) zugelost, der ein Geschenk seiner Wuensche bekommen sollte. Diesem amigo segredo wurde dann jene Theaterperformance mit anschliessender Geschenkvergabe zuteil, die sich nicht selten ueber dessen Charakterzuege oder lustige Begebenheiten in der Vergangenheit lustig machte. Ein Lagerfeuer, wunderbares Essen und Saefte bescherten allen eine schoene, froehliche Aftershowparty.
Auch wenn der gewohnte Weihnachtsschneematsch vor der Tuer, sowie ein Weihnachtsbaum mit Nadeln und die familiaere Naehe fuer uns Freiwillige etwas fehlte, so war es doch ein Weihnachtsfest der etwas anderen Sorte, das uns allen Spass bereitet hat!